Ein Tal versinkt

 

Zehn Jahre warten auf den Spatenstich


Alt Sondern

Sondern wurde im Jahr 1685 erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich war der Ortsname allein auf den Berg im Biggebogen nördlich des Dorfes bezogen. Sein Sinn ist aber auch aus dem Zeitwort „aussondern“ zu erkennen. Aus der wahrscheinlich sächsischen Zeit stammenden Marktgemeinschaft wurden etwa um 1000 zu bestimmten Zwecken Wald- und Gebäudekomplexe zu Privatbesitz herausgeschnitten oder -gesondert. Das Zeitwort „aussondern“ kam ab 1937 erneut auf die seinerzeit 280 Einwohner zu, als die Projektierung für den Biggesee begann. Insgesamt mussten rund 2500 Menschen aus 23 kleineren Orten des Biggetals für den Bau der Talsperre ihre Heimat und Häuser und somit ihre überwiegend landwirtschaftlichen Existenzen aufgeben. Ein Teil der Bewohner siedelte aus, viele kamen jedoch nach dem Einstau der Talsperre wieder zurück und bauten neue Häuser. Wertvolle Betrachtungen über diese schwere Zeit hat die in Finnentrop aufgewachsene Volkskundlerin Heike Heinzel recherchiert, die im 13. Olper Jahrbuch festgehalten sind. Dabei bot ihr das heimatkundliche Material von Aloys Maiworm (†) eine wahre Fundgrube.
Anfang der 50er Jahre wurde die Interessengemeinschaft Biggesee mit dem Ziel der geschlossenen Umsiedlung der drei größten betroffenen Dörfer Listernohl, Sondern und Eichhagen gegründet. Die Bürger begehrten, dass mit dem ersten Spatenstich der Talsperre Mitte 1953 auch der erste Spatenstich zur neuen Heimat getätigt werden sollte. Die Sonderner mussten zehn Jahre lang auf diesen Spatenstich warten. Die Erschließungsarbeiten begannen erst im Jahr 1959.Bedingt durch die Entschädigungsverfahren durch den Ruhrtalsperrenverein kam bei den Verkäufen von Wertgegenständen und Vieh und bei der Verteilung der neuen Grundstücke unter den Alt-Sondernern Unruhe und Neid auf, da es keine gemeinsamen Normen gab. Einige Familien traf es besonders hart. Sie mussten acht Jahre inmitten der damals größten Baustelle der Bundesrepublik leben. Es dauerte Jahre, bis sich wieder eine Dorfgemeinschaft bildete.


Schützenfest im altem Dorf


Hölchen (Im Hintergrund die Talbrücke Sondern)

Alle waren zu sehr mit dem Bau ihrer Häuser beschäftigt und es war schwierig, das Vereinsleben aufrecht zu erhalten. Mitte der 60er Jahre änderte sich das Bild in positive Richtung. Das Vereinsleben und die nachbarschaftlichen Beziehungen blühten wieder auf und die Sonderner waren stolz auf ihr neues Dorf, das sich bedingt durch die direkte Lage am See zu einem Urlaubs- und Erholungsort entwickelte. Attraktionen wie der neu errichtete Campingplatz, das Strandbad mit Tauch- und Segelschule sowie Tretbootverleih, zahlreiche Gaststätten und Pensionen, die Minigolfanlage, die Schiffe der Personenschifffahrt Biggesee und der herrlichen Rundweg um einen Teil des Sees lockten Urlaubsgäste aus dem In- und Ausland. Seit Mitte der 80er Jahre ist der Ort überwiegend vom Tagestourismus frequentiert. Das Biggetal von Sondern bis Eichhagen gehörte früher zur Gemeinde und Pfarrei Rhode.
Die Kinder gingen dort auch zur Schule. Ab 1929 bis zur kommunalen Neugliederung im Jahr 1969 hatte Sondern ein eigenes Schulhaus. Heute gehört die Gemeinde zum Pastoralverbund Olpe-Biggesee.


Weitere Infos zum Bau des Biggesees unter:

www.heimatverein-olpe.de

www.biggesee.de

 

 

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